Arztwesenin Großebersdorf
Die ärztliche Versorgung in Großebersdorf entwickelte sich über Jahrhunderte, geprägt von verschiedenen Ärzten und medizinischen Praktiken. Die medizinische Versorgung in Großebersdorf reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück. Bader und Wundärzte waren die ersten medizinischen Fachkräfte, die in der Region tätig waren. Ab 1770 war eine Prüfung an einer Universität für Bader erforderlich. ​

Ab 1800 begannen Impfkampagnen gegen Pocken. Impfungen wurden von 1818 bis 1844 dokumentiert, einschließlich der Erfolge und Misserfolge. Alle Kinder bis zu einem Jahr wurden unabhängig von ihrer Konfession geimpft. ​

Mehrere Ärzte und Chirurgen wirkten in Großebersdorf, darunter Joseph Grestl und Dr. Leopold Peschl. Dr. Peschl war von 1927 bis 1965 Gemeindearzt und wurde für seine Verdienste geehrt. Die ärztliche Versorgung war während des Ersten Weltkriegs und nach dem Krieg stark eingeschränkt.

Die Behandlung von Krankheiten erfolgte oft durch die Familie mit traditionellen Hausmitteln. Votivgaben und Gebete waren gängige Praktiken zur Dankbarkeit für Genesung. Die medizinische Versorgung war oft von der sozialen Schicht und finanziellen Möglichkeiten abhängig.

„Im Dienste der Gesundheit“
Die Geschichte der ärztlichen Versorgung in Großebersdorf

Ärzte in Großebersdorf

  • 1786-1799

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    Johann Woborzil, Chyrurgus

    Er verstarb am 11.11.1799, 50 Jahre alt, an krebskranken Geschwüren und wurde in Großebersdorf begraben

  • 1798-1801

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    Phillip Maslaf, Chyrurgus

    9 Tage nach der Geburt von Tochter Anna verstarb am 29.10.1799 seine 26-jährige Gattin Anna (geb. Soldat) im Haus mit der alten Nr. 105 (Kirchenplatz 4). Am 28.4.1800 heiratete der 37-jährige Witwer in Groß-Schweinbarth die ledige 29-jährige Susane Eder, Tochter von Mathias u. Theresia Eder. Nach der Geburt von Tochter Theresia am 11.1.1801 verlieren sich die Spuren der Fam. Maslaf.

  • 1802-1805

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    Alois Lichtenegger, Chyrurgus

    Sohn des Jakob Lichtenegger Chirurgus in Weitersfeld. Die Prüfung zum Wundarzt (Chyrurgus) legte er 1800 und zum Geburtshelfer (Geburtsarzt) 1802 ab. Mit 20.5.1802 wurde er als Chyrurgus in Großebersdorf aufgenommen. Lt. Heiratsbrief v. 24.5.1802 hatte er das Haus am Kirchenplatz 4 (oder einen Teil davon) gekauft, war jedoch zu diesem Zeitpunkt noch nicht vergewöhrt (im Grundbuch angeschrieben). Er heiratete (1802 ?) Eder Thekla, die Tochter von Mathias Eder Chyrurgus in Schweinbart und seiner Gattin Theresia. Am 2.1.1806 verstarb der 32-jährige Chirurgus Alois Lichtenecker an „hitzingen Fieber“ und wurde 2 Tage später im Freythof Großebersdorf begraben.

  • 1806-1810

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    Franz Neumann, Chyrurgus

    Die Prüfung zum Wundarzt hatte er 1793 und die zum Geburtshelfer 1798. Der ledige und 48-jährige Chyrurgus heiratete am 15.7.1806 in Großeberdorf die hinterlassene Witwe seines Vorgängers Thekla Lichtenecker. Von den 3 Kindern verstarb das jüngste 14 Tage nach der Geburt am 3.9.1810 im Haus Nr. 105 (alt).

  • 1807

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    Wenzeslaus Markenreiter, Chyrurgus

    Er verstarb am 16.10.1807 an „Durchbruch“ im Haus Nr. 105 (alt). Er war ledig und erst 21 Jahre alt. Begraben wurde er in Großebersdorf

  • 1811-1822

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    Michael Krempl, Chyrurgus

    Geprüfter Wundarzt seit 1805 und Geburtshelfer seit 1806. Ab 1807 war er Wundarzt in Leiben. Der Chyrurgus Krempl Michael wird von 1811-1822 mehrmals als Geburtshelfer und seine Gattin Agnes ab 1816 einigemal als Hebamme in den Taufmatriken genannt. Von 1816-1822 besaßen sie das Haus mit der alten Nr. 11 (Münichsthaler Str. 13), welches 1823 in den Besitz seines Nachfolgers Dr. Schuender überging

  • 1826-1831

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    Wenzl, Arztgehülf

    Er erscheint in den Matriken der Pfarre Großebersdorf als „Namensschreiber“ (unterschrieb für Taufpaten und Trauzeugen, die nicht lesen und schreiben konnten).

  • 1823-1859

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    Ernst Schuender, Chyrurgus

    Chyrurgus und Landesgerichtswundarzt, Sohn von Karl Johann Schuender, Buchdrucker und Bürgermeister zu Bruck a.d. Leitha und seiner Gattin Katharina geb. Dauchner (Taucher) von Kaisersteinbruch. Von 1806-1809 war er beim Wundarzt Johann Dochtermann in Bruck a.d. Leitha in der Lehre und legte seine Prüfung zum Wundarzt 1818 und zum Geburtshelfer 1823 ab. Ernst Schuender verstarb am 18.2.1859, 68 Jahre alt, an „schwerem Blutschlag“ und wurde in Großebersdorf begraben.

    Siegel von Ernst Schuender

  • 1851-1855

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    Josef Scheidel

    Wund- u. Geburtsarzt. Sein Vater war Handschuhmacher in Weikendorf und mit Theresia Edelmüller verheiratet. Seine Frau Barbara Seitlhofer, Tochter des Theaterinspektors in Wien Johann Seitlhofer und Elisabeth (geb. Frischauf), heiratete er am 17.7.1851 in Großebersdorf. Von seinen 3 Kindern sind die jüngsten, die Zwillinge Georg und Josef, am 16.11.1855 im Haus Nr. 109 (Kirchenplatz 4) geboren.

  • 1859-1896

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    Josef Denk

    Praktischer Arzt und Geburtsarzt, geboren am 17.3.1832 in Mitzmers bei Znaim in Mähren. Seine Prüfung zum Wundarzt legte er 1852 und die zum Geburtshelfer 1854 ab. Die Ordination war in Großebersdorf Nr. 14 (heute Münichsthaler Str. 17) in jenem Haus, in dem später die Fam. Wiesinger das Gemischtwarengeschäft hatte. Dr. Denk ging 1896 in Pension und verstarb am 2.7.1903 an Lungenemphysem im obgenannten Haus, das zu diesem Zeitpunkt schon einen anderen Besitzer hatte.

  • 1896-1900

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    Johann Kudler

    Praktischer Arzt, geboren am 13.1.1841 in Mesmen in Böhmen. Die Prüfung zum Wundarzt legte er mit Diplom 1872 in Olmütz ab. Der ledige Arzt verstarb im Haus Nr. 109 (Kirchenplatz 4) am 4.3.1900 im Alter von 58 Jahren an „Gehirnschlagfluß“ und wurde in Großebersdorf begraben.

  • 1900-1902

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    Dr. Rudolf Rotter, MR

    Er ist am 8.9.1866 in Olmütz in Mähren geboren und promovierte 1894 in Wien. Er war Ass. Arzt im Kaiser Franz Josef Spital in Wien und ab 1.5.1900 Gemeindearzt in Großebersdorf. Am 20.12.1902 verstarb der ledige Dr. Rotter im Alter von 36 Jahren im Haus Nr. 109 (Kirchenplatz 4), und wurde in Großebersdorf begraben

  • 1902-1907

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    Dr. Johann Reichel, MR

    Geboren am 6.12.1865 in Born in Mähren. Er war unverheiratet und verstarb im Kaiser Franz Josef Spital in Wien am 9.8.1907 an Herzmuskelentzündung im 42. Lebensjahr. Begraben wurde er im Friedhof Großebersdorf.

  • 1908-1927

     

    Dr. Alfred Domes

    Stabsarzt, geboren 1867 in Dobromilitz. Er promovierte 1897 in Wien und wurde Militärarzt beim Inf. Rgt. Nr. 29 in Linz.

    Am 1.1.1908 trat Dr. Domes seinen Dienst als Gemeindearzt in Großeberdorf im Haus Nr. 98 (Hauptplatz 20) an. Im Winter 1908/09 zog die Familie Domes in die „Villa Mayer“ (Dr. Leopold Peschlstr. 4). 1910 kaufte die Gemeinde Großebersdorf von den Erben die Villa. In dem großen Gebäude war jedoch nicht nur die Wohnung und die Ordination für den Gemeindearzt, sondern auch ein Lehrer, ein Gendarm und ein Friseur samt Geschäft untergebracht. Kaum 60 Jahre alt erkrankte der Gemeindearzt und konnte seinen Beruf nicht mehr ausüben. Er wurde noch von seinen Nachfolger Dr. Leopold Peschl behandelt. 1928 zog Dr. Alfred Domes mit seiner Familie nach Wien, wo er 2 Jahre später am 13.10.1930 verstarb.

  • 1927-1979

     

    Dr. Leopold Peschl, MR

    Geboren am 2.1.1900 in Dörfles in NÖ. als Sohn des Försters Vizenz Peschl und der Antonia (geb. Balzer). Er promovierte 1923 in Wien und war anschließend Arzt im Rudolfspital in Wien. Am 26.1.1927 eröffnete der noch ledige praktische Arzt im Haus Nr. 109 (Kirchenplatz 4) seine Ordination. Seine Bestellung zum Gemeindearzt erfolgte mit 9.11.1927.

    Das Ehepaar Peschl hatte 3 Kinder: Ludmilla (geb. 1930), Paul (geb. 1934) und Leo (geb. 1931). Dieser wurde ebenfalls Arzt und war vor seiner Pensionierung Primar im Krankenhaus Floridsdorf in Wien. MR Dr. Leopold Peschl verstarb 2 Jahre nach seiner Frau am 17. August 1984 und wurde in der Familiengruft in Großebersdorf beigesetzt.

  • 1980-2015

     

    Dr. Wolfgang Gasser

    War Arzt in Großebersdorf von 1976 bis 2015 an der Adresse Hubertusweg 1.

  • 2016-

     

    Dr. Doris Pfeil

    1982 in Wien geboren, Medizinstudium Universität Wien, Ausbildung zur Ärztin für Allgemeinmedizin in Wien und Niederösterreich, ist seit 2016 Gemeindeärztin in Großebersdorf an der Adresse Salzstrasse 11.